Late Entry / Frühlingsfest 2015

Das diesjährige Frühlingsfest des Pferdes findet als Late Entry vom 31.3. bis 2.4.2015 auf der Reitanlage Meyer zu Hartum statt.

 

Beim Frühlingsfest sind eine ganze Reihe von Pferden am Start, die von ihrem jeweiligen Reiter selbst gezogen worden sind.
Wie fühlt sich das an, einen Vierbeiner im S-Springen zu starten, für dessen Existenz man selbst gesorgt hat, den man vom ersten Atemzug an einige Jahre begleitet und ausgebildet hat?

Klaus Thiesbrummel und Hans-Thorben Rüder berichten.
Klaus Thiesbrummel sagt, dass er höchstens "hobbymäßig" züchtet, insgesamt zehn Fohlen bisher. Grund für die Züchterei war in erster Linie, dass die Auszubildenden des "Fördercentrums Mensch & Pferd", die auf Thiesbrummels Hof lernen, auch den Umgang mit Fohlen und Jungpferden üben sollen.
Aktuell züchtet Thiesbrummel nicht mehr, denn er findet: "Wenn man züchtet, dann sollte man das richtig tun, mit allerbesten Stuten und Hengsten. Da können wir einfach nicht mithalten mit anderen." Sein Emilio ist ein "Familienprodukt" im besten Sinne.
Schon mit der Mutter (von Attila) ist Thiesbrummel bis Klasse M gestartet, und den Vater Enrico (Ehrenwort x Pilot) haben sowohl er selbst als auch seine Tochter erfolgreich auf Turnieren gezeigt. Mit dem Ergebnis ist Thiesbrummel zufrieden, der Achtjährige habe Potenzial. Im täglichen Training wird das Eigenprodukt nicht anders behandelt als die anderen Sportler, dafür ist Thiesbrummel zu sehr Profi. "Nein, ihre Arbeit müssen sie schon tun, und zwar alle." Ein Turnierstart auf einem selbst gezogenen Pferd dagegen habe durchaus eine andere Bedeutung als der auf anderen Pferden, das räumt er ein.
Und berichtet dann ganz stolz, dass in der aktuellen Ausgabe eines großen Reitsportmagazins ein Bericht über das Fördercentrum steht, und da sei auf einem Foto auch Emilio als Fohlen zu sehen. Grund zur Freude hatte Thiesbrummel ebenfalls nach Emilios makelloser Vorstellung im heutigen S-Springen, null Fehler!

 

Für Hans-Thorben Rüder ist Pure Pitu die große Ausnahme: Das einzige von ihm selbst gezogene Pferd im Turnierstall - und überhaupt. Auch zu diesem Wallach gibt es eine familiäre Vorgeschichte:
Die holsteinische Mutter Freya (von Calato) hatte Rüder einige Jahre im Sport vorgestellt. Zum Dank durfte er ein Fohlen aus der Stute ziehen, und natürlich auch den Hengst dazu selbst aussuchen. "Lutz Gripshöver war ja mit Pontifex sehr erfolgreich und hat auch immer von ihm geschwärmt", erläutert Rüder seine Entscheidung für "das gute westfälische Polydor-Blut". Mit der er rückblickend recht zufrieden ist: "Der Hengst hat einige Mängel der Stute gut ausgeglichen, zum Beispiel die fehlende Größe." Rüder sieht in dem Achtjährigen Potenzial bis zu Drei-Sterne-Prüfungen. Natürlich sei er immer sehr gespannt gewesen, wie sich das junge Pferd entwickeln würde. "Aber im Endeffekt gibt man sich doch mit jedem Pferd die gleiche Mühe, ob nun selbst gezogen oder von jemand anderem." Eines habe ihn die Erfahrung mit seinem Pure Pitu unbedingt gelehrt: "Ich verstehe jetzt die Züchter viel besser, die mir ihre Pferde zum Reiten geben. Ich verstehe, dass man schon mal zur Ungeduld neigt, oder andersherum zu lange zu einem Pferd hält, weil man daran hängt."
Er bewundere jeden Züchter, der ein Pferd bis zur S-Reife behält. "Dazu gehört schon mehr als Geduld, fast eine Vision." Ob ihn eine Schleife von Pure Pitu mehr erfreue als die von einem anderen Pferd? Nein, eher nicht. "Höchstens auf der Rückfahrt, in einem ruhigen Moment, da sieht man den Erfolg als Ergebnis der besonders langen Zusammenarbeit." Was würde passieren, wenn ein Interessent einen dicken Scheck für Pure Pitu zückt? "Keine Chance, der geht nicht weg, für kein Geld", sagt Rüder sehr entschieden.
Und reitet dann ins S-Springen, in dem er mit seinem Wallach Dritter wird - geschlagen von Sieger Hans-Thorben Rüder und Warissa.

Frühlingsfest der Pferde - Test der Wetterbeständigkeit von Ross und Reiter

 

Was tun, wenn auch der dritte Satz Reithose und Sakko innerhalb weniger Minuten durchgeweicht ist, die Pferde Hagelkörner abbekommen und Orkanböen die Hindernisse umpusten? Ganz klar: Weiterreiten! So lautete die Devise beim Frühlingsfest der Pferde des Reit- und Fahrvereins "von Lützow" Herford. Die Startlisten waren deutlich geschrumpft, aber einige hartgesottene Sportler ließen sich auch von Tief "Niklas" nicht den Start in die Grüne Saison vermiesen. So war auf dem Hof Meyer zu Hartum an drei Tagen guter Sport zu sehen.

Der familiäre Charakter ist bei allen Lützower Veranstaltungen ausgeprägt, aber diesmal vielleicht noch etwas stärker. Geradezu gemütlich wirkte die "Wagenburg" aus Transportern und Hängern direkt am Turnierplatz - auf die durchgeweichten Weiden mochten die Veranstalter ihre Teilnehmer nicht schicken. Die Reithalle wurde fürs Abreiten zur Verfügung gestellt und eigens mit Lautsprechern ausgestattet.

Springpferdeprüfungen von A bis M standen am Dienstag an. Richtig gut lief's hier for Niels von Hirschheydt, der neben drei Siegen (in A, L und M) auch eine Reihe vorderer Platzierungen einheimsen konnte. Seine Gewinner waren Lollemi, eine Fünfjährige unbekannter Herkunft (A** und L) und Cypress Hill, sechsjährige Hannoveranerin von Clinton II x Consulting.  Nicole Persson gewann mit ihren sechsjährigen westfälischen Stuten Singapur (Stakkato x Classic Man) sowie Cyra (Cornado I x Lancer III) beide Abteilungen einer Springpferde-L. Christine Schormann und Thomas Heineking holten ebenfalls jeweils eine goldene (A bzw. L) und weitere Platzierungsschleifen, und zwar mit Cathalea (Oldenburger von Colensky G I x Landor S) bzw. La Jumpa (Hannoveraner von Lex Lugar x Athletico).

Am Mittwoch traten zunächst die sieben- und achtjährigen Pferde in einem M*-Springen an. Mit Quick Jump W unter Andres Mauricio Quintero Palomar gelang einem Siebenjährigen die schnellste fehlerfreie Runde insgesamt, das war der Sieg in der ersten Abteilung für den Lützower. Die zweite Abteilung ging an seinen Vereinskameraden Jens Klöppel, der Chief's Beauty gesattelt hatte. Beide Pferde stehen im Besitz des Gestüts Wahl & Co.

Mit 38 Startern sah das folgende M**-Springen das bis dahin umfangreichste Starterfeld des Turniers - allerdings immer noch sehr deutlich unter den 107 Nennungen. Mit Amica gewann Niels von Hirschheydt die erste Abteilung, Holger Ronne und Picador siegten in der zweiten und die dritte Abteilung sah Sabine Flörkemeier und Highfly vorn.

Ein S*-Springen bildete den Abschluss der ersten beiden Turniertage. Mit einer wirklich rasanten Runde gewann Hans-Thorben Rüder auf der zierlichen Warissa mit mehr als eineinhalb Sekunden Abstand vor Anna-Maria Jakobs auf Legolas. Die beiden hatten mit knapp unter 60 Sekunden ebenfalls eine schnelle Zeit auf den nassen, aber immer griffigen Turnierplatz gelegt. Auch die weiße Schleife ging an Hans-Thorben Rüder, diesmal mit Pure Pitu.

Der Donnerstag als reiner "Stiltag" war den Reitern aus der Region vorbehalten. Die Lützower Reiter verbuchten einige schöne Erfolge. So gewann Paulina Pottharst mit ihrem Sylvester H das A**-Stilspringen (Wertnote: 8,4). Die zweite Abteilung sah Isabell Seliger und Nykos vorn (WN: 8,1), mit Ljubljana wurde Isabell außerdem Dritte in dieser Prüfung. Beide Reiterinnen waren somit für das Sieger-L-Stilspringen qualifiziert, in dem sich Paulina Pottharst ihren zweiten Sieg holte (WN 8,2). Isabell Seliger wurde mit Ljubljana Dritte und mit Nykos 6.

Über ihren Sieg im M-Stil mit Stechen freute sich eine junge Reiterin ganz besonders: Für Louisa Gries war es die erste goldene Schleife auf diesem Niveau. Mit Dinah ließ sie ihren Vereinskameraden Lukas Quint im Stechen hinter sich. Der hatte mit Convoi's Gypsy für seine Runde im Umlauf die Wertnote 8,3 erhalten.

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